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Einkommensschere geht weiter auseinander

Nur noch ein gutes Drittel der Unternehmen in Deutschland zahlt seinen Beschäftigten Tariflöhne. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der Bertelsmann-Stiftung und des ifo-Instituts. Während die Beschäftigten im oberen Fünftel der Einkommensskala bereits seit Mitte der 1990er-Jahre ihre Reallöhne steigern konnten, reduzierten sie sich für das untere Fünftel signifikant. Schuld an dieser Misere ist den Experten zufolge "zu 43 Prozent die stark rückläufige Zahl" der tarifgebundenen Unternehmen. Die Löhne in Deutschland sind in den vergangenen beiden Jahrzenten stärker auseinandergedriftet als beispielsweise in den USA und Großbritannien, halten die Studienautoren fest. Hauptgrund dafür ist, dass neue Jobs vor allem durch flexiblere Bezahlung im Niedriglohnsektor entstehen - laut Statistischem Bundesamt waren 2006 rund 19 Prozent im unteren Lohnbereich beschäftigt, 2010 waren es bereits fast 21 Prozent.

 

www.bertelsmann-stiftung.de (Pressemeldung 18.03.2015)        M.A. 27.06.2015